FAQ Fibromyalgie
Was ist Fibromyalgie?
Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, bei der dein Körper Schmerzsignale anders verarbeitet als bei gesunden Menschen. Das Hauptmerkmal sind weitverbreitete Schmerzen in Muskeln und Gelenken, die mindestens drei Monate andauern – oft begleitet von einer tiefen Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht bessert (Kocyigit & Akyol, 2022).
Was in deinem Körper passiert:
Dein Nervensystem ist bei Fibromyalgie „überempfindlich eingestellt“ – Fachleute sprechen von „zentraler Sensibilisierung“. Das bedeutet: Dein Gehirn und Rückenmark verstärken Schmerzreize, die andere Menschen vielleicht nur als leichten Druck wahrnehmen würden. Du spürst Schmerzen intensiver und an mehr Körperstellen (Harte et al., 2018; Nijs et al., 2021).
Diese veränderte Schmerzverarbeitung ist wissenschaftlich nachweisbar – mit bildgebenden Verfahren können Forscher sehen, dass das Gehirn von Menschen mit Fibromyalgie Schmerzsignale tatsächlich anders verarbeitet (Gracely et al., 2002).
Mehr als nur Schmerzen:
Neben den Schmerzen erleben viele Betroffene:
- Chronische Erschöpfung (Fatigue), die auch durch Ruhe nicht verschwindet
- Schlafstörungen – du wachst auf und fühlst dich, als hättest du gar nicht geschlafen
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme (oft „Fibro-Nebel“ genannt)
- Emotionale Belastung – etwa die Hälfte der Betroffenen erlebt Depressionen oder Angststörungen (Walitt et al., 2020)
- Weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Reizdarm oder Kribbeln in Händen und Füßen
Wie häufig ist Fibromyalgie?
In Deutschland sind etwa 2-4% der Bevölkerung betroffen – das sind ungefähr 2 Millionen Menschen (Häuser et al., 2008). Weltweit schwanken die Zahlen je nach Diagnosemethode zwischen 0,2% und 6,6% (Haliloglu et al., 2017).
Fibromyalgie betrifft deutlich mehr Frauen als Männer – das Verhältnis liegt bei etwa 7-9:1. Die meisten Menschen erhalten ihre Diagnose zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr (Vincent et al., 2013).
Ist Fibromyalgie eine „echte“ Krankheit?
Ja, absolut. Fibromyalgie ist eine anerkannte Erkrankung mit nachweisbaren Veränderungen in der Schmerzverarbeitung des Nervensystems. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Fibromyalgie seit 2022 als eigenständige Diagnose im ICD-11 klassifiziert.
Das Problem: Deine Blutwerte sind oft völlig normal, Röntgenbilder zeigen keine Schäden – und trotzdem sind deine Symptome real und belastend. Das liegt daran, dass Fibromyalgie keine Entzündung oder Gewebeschädigung ist, sondern eine Störung der Schmerzverarbeitung im Nervensystem.
Was Fibromyalgie NICHT ist:
- Es ist keine Einbildung – die Schmerzen sind real
- Es ist keine Entzündung der Muskeln oder Gelenke
- Es ist keine psychische Störung, auch wenn psychische Faktoren eine Rolle spielen können
- Es ist nicht heilbar nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis, aber die Symptome können deutlich gelindert werden
Die gute Nachricht:
Obwohl Fibromyalgie chronisch ist, gibt es wirksame Behandlungen. Studien zeigen, dass eine Kombination aus Bewegung, körperorientierten Therapien und manchmal Medikamenten die Lebensqualität erheblich verbessern kann (Macfarlane et al., 2017).
Fibromyalgie – welcher Arzt ist zuständig?
Die Diagnose Fibromyalgie wird meist von einem Rheumatologen gestellt. Das kann verwirrend sein, denn Fibromyalgie ist keine rheumatische Erkrankung im klassischen Sinn – aber Rheumatologen haben die Expertise, um andere Erkrankungen auszuschließen und Fibromyalgie zu diagnostizieren.
Wenn du den Verdacht hast, dass du Fibromyalgie haben könntest, ist der erste Schritt oft dein Hausarzt. Er kann dich dann an einen Rheumatologen überweisen.
Auch Schmerztherapeuten, Neurologen oder Fachärzte für psychosomatische Medizin können bei der Diagnose und Behandlung helfen. Wichtig ist: Du brauchst jemanden, der sich mit chronischen Schmerzen auskennt und dich ernst nimmt.
Was du mitbringen solltest:
- Eine Liste deiner Symptome und wie lange sie schon bestehen
- Informationen über frühere Erkrankungen
Wenn möglich: Schmerztagebuch über 1-2 Wochen
Welche Symptome hat Fibromyalgie?
Fibromyalgie zeigt sich durch eine Kombination verschiedener Symptome. Das Leitsymptom sind chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, die mindestens drei Monate bestehen (Wolfe et al., 2016).
Typische körperliche Symptome:
- Schmerzen in Muskeln, Sehnen und Gelenken (wandernd oder an bestimmten Punkten)
- Tiefe Erschöpfung, die durch Ruhe nicht besser wird
- Schlafstörungen oder nicht erholsamer Schlaf
- Morgensteifigkeit
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Reizdarm-Symptome (Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung)
- Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Gerüchen
Kognitive Symptome (oft „Fibro Fog“ genannt):
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Gedächtnisprobleme
- Wortfindungsstörungen
- Das Gefühl, „wie im Nebel“ zu sein
Emotionale Symptome:
- Niedergeschlagenheit oder Depression (oft als Folge der Erschöpfung und Schmerzen)
- Ängstlichkeit
- Überforderung
Nicht jede Person hat alle Symptome, und die Intensität kann stark schwanken. Was viele beschreiben: „Die Ärzte finden nichts, aber ich fühle mich nicht gesund.“
Kann Fibromyalgie geheilt werden?
Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, für die es aktuell keine „Heilung“ im klassischen Sinne gibt. Aber – und das ist wichtig – die Symptome können deutlich besser werden.
Viele meiner Patientinnen berichten nach einigen Monaten Behandlung, dass sie:
- Wieder arbeiten können
- Ihre Hobbys wieder aufnehmen
- Mehr Energie haben
- Die Schmerzen besser managen können
- Insgesamt deutlich mehr Lebensqualität erleben
Das Ziel ist nicht unbedingt, dass der Schmerz zu 100% verschwindet (das kann passieren, ist aber nicht garantiert). Das Ziel ist, dass die Beschwerden dich nicht mehr so stark einschränken und du wieder mehr Kontrolle über dein Leben hast.
Die Forschung zeigt: Eine Kombination aus Bewegung, Körperwahrnehmung, Stressreduktion und bei Bedarf medikamentöser Unterstützung bringt die besten Ergebnisse (Macfarlane et al., 2017).
Was sind Tender Points bei Fibromyalgie?
Tender Points sind druckschmerzhafte Punkte am Körper, die früher zur Diagnose von Fibromyalgie verwendet wurden. Es gibt 18 solcher Punkte, die paarweise an Nacken, Schultern, Brust, Ellenbogen, Gesäß, Hüften und Knien liegen.
Früher galt: Wenn mindestens 11 von 18 Punkten bei Druck schmerzhaft sind, liegt eine Fibromyalgie vor (Wolfe et al., 1990). Heute wird diese Methode nicht mehr als alleiniges Diagnosekriterium verwendet, weil man weiß, dass Fibromyalgie viel komplexer ist.
Warum sind Tender Points trotzdem relevant?
Sie zeigen, dass das Nervensystem bei Fibromyalgie anders auf Reize reagiert. Was für andere Menschen nur leichter Druck ist, wird als Schmerz wahrgenommen. Das nennt man zentrale Sensibilisierung – das Schmerzverarbeitungssystem ist überempfindlich geworden (Cagnie et al., 2014; Nijs et al., 2021).
Wenn du an dir selbst feststellst, dass bestimmte Körperstellen schon bei leichter Berührung schmerzen, kann das ein Hinweis auf Fibromyalgia sein. Ein Arzt kann das genauer überprüfen.
Fibromyalgie – was hilft wirklich?
Es gibt keine „eine“ Behandlung, die bei allen hilft. Fibromyalgie ist komplex, und was wirklich hilft, ist individuell verschieden. Aber die Forschung zeigt klar: Eine Kombination verschiedener Ansätze bringt die besten Ergebnisse.
Was nachweislich hilft:
- Bewegung – auch wenn es paradox klingt, wenn du erschöpft bist. Sanfte, regelmäßige Bewegung (wie Spazierengehen, Yoga, Aqua-Fitness) kann Schmerzen reduzieren und die Erschöpfung verbessern. Studien zeigen, dass aerobes Training 2-3x pro Woche für 4-6 Monate Schmerzen, Erschöpfung und die allgemeine Lebensqualität deutlich verbessert (Häuser et al., 2010; Busch et al., 2008; Andrade et al., 2022).
- Körperwahrnehmung und Entspannung – Techniken wie Progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder achtsame Körperarbeit helfen dem Nervensystem, wieder zur Ruhe zu kommen.
- Stressreduktion – Stress verschlimmert die Symptome. Das bedeutet nicht, dass Fibromyalgie „psychisch“ ist – aber chronischer Stress beeinflusst das Schmerzgedächtnis (Harte et al., 2018).
- Schlafhygiene – Guter Schlaf ist heilsam für das Nervensystem. Feste Schlafenszeiten, Abdunklung, keine Bildschirme vor dem Schlafen helfen.
- Bei Bedarf: Medikamente – Manche Menschen profitieren von Medikamenten wie Antidepressiva in niedriger Dosierung (nicht wegen Depression, sondern weil sie die Schmerzverarbeitung beeinflussen) oder Schmerzmitteln. Das solltest du mit deinem Arzt besprechen.
- Psychosomatische Physiotherapie – Eine spezialisierte Form der Physiotherapie, die den Körper und das Nervensystem gezielt unterstützt. Sie arbeitet mit sanfter Bewegung, Körperwahrnehmung und Entspannung, Atemübungen, sowie körperlichen Techniken zur Stressreduktion.
Was NICHT hilft:
- Schonhaltung und Bewegungsvermeidung
- „Durchpowern“ und Ignorieren der Signale
- Sich selbst die Schuld geben
Wie fing eure Fibromyalgie an?
Diese Frage höre ich oft – und die Antworten sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst.
Häufige „Startpunkte“ bei meinen Patientinnen:
- Nach einer belastenden Lebensphase (Trennung, Jobverlust, Pflege von Angehörigen)
- Nach einer Infektion (z.B. Pfeiffersches Drüsenfieber, COVID)
- Nach einem Unfall oder einer Verletzung
- Nach jahrelangem chronischem Stress
- Schleichend über Jahre, ohne klaren Auslöser
Was viele beschreiben: Es fühlte sich an wie eine Grenze, die überschritten wurde. Plötzlich waren Schmerzen da, die nicht mehr weggingen. Die Erschöpfung wurde überwältigend.
Manche sagen: „Ich war schon immer sensibel und habe viel weggesteckt – bis mein Körper nicht mehr konnte.“
Wenn du das bei dir selbst beobachtest: Du bist nicht schuld daran. Fibromyalgie entsteht nicht, weil du „zu schwach“ oder „zu empfindlich“ bist. Es ist eine echte Erkrankung, bei der das Schmerzverarbeitungssystem im Gehirn verändert ist (Gracely et al., 2002).
Ist Fibromyalgie eine psychische Erkrankung?
Nein. Fibromyalgie ist keine psychische Erkrankung, auch wenn dieser Mythos sich hartnäckig hält.
Fibromyalgie ist eine neurophysiologische Erkrankung – das bedeutet, dass das Nervensystem und die Schmerzverarbeitung im Gehirn betroffen sind. Das ist messbar und wissenschaftlich belegt. Gehirnscans zeigen, dass Menschen mit Fibromyalgie Schmerzreize anders verarbeiten als gesunde Personen (Gracely et al., 2002; Cagnie et al., 2014).
Warum die Verwirrung?
Viele Menschen mit Fibromyalgie entwickeln im Laufe der Zeit depressive Symptome oder Angststörungen. Das ist aber meist die Folge der chronischen Schmerzen und Erschöpfung – nicht die Ursache.
Stell dir vor: Du hast seit Monaten oder Jahren Schmerzen, bist erschöpft, und viele Ärzte finden nichts oder nehmen dich nicht ernst. Das zermürbt. Das macht niedergeschlagen. Das ist eine völlig normale Reaktion auf eine belastende Situation.
Psychosomatisch ≠ Einbildung
Psychosomatische Physiotherapie bedeutet nicht, dass die Beschwerden „psychisch“ sind. Es bedeutet, dass Körper und Psyche zusammenhängen – und dass wir beide Ebenen behandeln, um dir zu helfen.
Deine Schmerzen sind echt. Deine Erschöpfung ist echt. Und du verdienst Behandlung und Respekt.
Wie erkenne ich einen Fibromyalgie-Schub?
Ein Schub bedeutet, dass die Symptome sich vorübergehend verschlimmern. Das kann sich so anfühlen:
Körperliche Zeichen:
- Die Schmerzen werden intensiver oder breiten sich aus
- Die Erschöpfung wird überwältigend – selbst kleine Tätigkeiten kosten enorm viel Kraft
- Schlaf wird noch schlechter oder nicht mehr erholsam
- Muskeln fühlen sich steif oder schwer an
- Kopfschmerzen nehmen zu
Kognitive Zeichen:
- „Fibro Fog“ wird stärker – du vergisst Dinge, kannst dich nicht konzentrieren
- Du brauchst länger, um Entscheidungen zu treffen
- Alles fühlt sich überwältigend an
Auslöser können sein:
- Stress (emotionaler oder körperlicher)
- Überanstrengung
- Wetterumschwünge oder Kälte
- Infekte
- Zu wenig Schlaf
- Hormonelle Veränderungen (z.B. Menstruation)
Was hilft im Schub?
- Belastung sofort reduzieren (nicht „durchkämpfen“)
- Ausruhen, ohne dir ein schlechtes Gewissen zu machen
- Sanfte Bewegung, wenn möglich (z.B. kurzer Spaziergang)
- Entspannungstechniken anwenden
- Schlaf priorisieren
- Bei Bedarf: Schmerzmittel nach Absprache mit dem Arzt
In der Behandlung erarbeiten wir Strategien, wie du Schübe früher erkennst und besser damit umgehen kannst.
Warum glaubt mir niemand, dass ich Fibromyalgie habe?
Das ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, die viele Menschen mit Fibromyalgie machen – und ich höre diese Klage fast täglich.
Warum passiert das?
Fibromyalgie ist eine „unsichtbare“ Erkrankung. Im Blutbild ist nichts auffällig, im Röntgenbild nichts zu sehen, im MRT nichts Besonderes. Viele Ärzte sind nicht ausreichend über Fibromyalgie informiert – und was sie nicht messen können, nehmen sie manchmal nicht ernst.
Dazu kommt: Fibromyalgie betrifft überwiegend Frauen. Und Frauenschmerzen werden historisch oft als „hysterisch“ oder „eingebildet“ abgetan. Das ist ungerecht und wissenschaftlich längst widerlegt – aber die Vorurteile halten sich.
Was du wissen solltest:
- Deine Schmerzen sind real. Sie entstehen durch Veränderungen in der Schmerzverarbeitung im Gehirn – zentrale Sensibilisierung ist wissenschaftlich nachgewiesen (Cagnie et al., 2014; Nijs et al., 2021; Desmeules et al., 2003).
- Du bildest dir nichts ein. Fibromyalgie ist eine anerkannte Diagnose (ICD-10: M79.7).
- Es ist nicht deine Schuld, wenn Ärzte uninformiert sind.
Was du tun kannst:
Suche dir Ärzte und Therapeuten, die sich mit Fibromyalgie auskennen. Ein Rheumatologe oder Schmerztherapeut mit Erfahrung in chronischen Schmerzerkrankungen ist eine gute Anlaufstelle.
Und ganz wichtig: Du musst dich nicht rechtfertigen. Du weißt, was in deinem Körper vorgeht. Niemand sonst kann das für dich beurteilen.
Kann man mit Fibromyalgie arbeiten?
Die Antwort ist: Das hängt stark von deinen individuellen Symptomen und deinem Beruf ab.
Viele Menschen mit Fibromyalgie können weiterhin arbeiten – manchmal mit Anpassungen, manchmal in Teilzeit, manchmal nach einer Phase der Behandlung und Regeneration.
Was kann helfen, weiter zu arbeiten?
- Flexible Arbeitszeiten: Wenn du morgens steif und erschöpft bist, können spätere Startzeiten helfen.
- Homeoffice-Optionen: Spart Energie durch Wegfall des Arbeitswegs.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Schonende Körperhaltung reduziert Schmerzen.
- Pausen: Regelmäßige kurze Pausen können helfen, die Belastung zu verteilen.
- Teilzeit oder Stundenreduktion: Manchmal ist weniger mehr – du kannst in Teilzeit produktiv sein, statt in Vollzeit überlastet.
Wann wird es schwierig?
Körperlich schwere Berufe, Schichtarbeit oder Jobs mit viel Stress können bei Fibromyalgie zur Herausforderung werden. Manche Menschen müssen ihre Tätigkeit wechseln oder in Rente gehen.
Rechtliches:
Fibromyalgie kann als Behinderung anerkannt werden, wenn die Einschränkungen stark sind (Grad der Behinderung, GdB). Das kann Zugang zu Unterstützungen wie Schwerbehindertenausweis oder Reha-Maßnahmen ermöglichen.
Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ – wichtig ist, dass du auf deinen Körper hörst und dir Hilfe holst, wenn du sie brauchst.
Wird Fibromyalgie im Alter schlimmer?
Das ist eine häufige Sorge – und die gute Nachricht ist: Fibromyalgie wird nicht automatisch mit dem Alter schlimmer.
Tatsächlich berichten einige Menschen, dass die Symptome im Laufe der Jahre milder werden oder sie besser lernen, damit umzugehen. Andere erleben Schwankungen – mal bessere, mal schlechtere Phasen.
Was die Forschung zeigt:
- Fibromyalgie ist nicht fortschreitend (nicht wie z.B. Arthrose, die sich verschlechtert).
- Die Symptome können stabil bleiben oder sich verbessern – besonders mit guter Behandlung.
- Manche Menschen haben jahrelang kaum Beschwerden, nachdem sie Strategien gefunden haben, die ihnen helfen.
Was kann helfen, dass es nicht schlimmer wird?
- Regelmäßige, sanfte Bewegung (Häuser et al., 2010)
- Stressmanagement
- Guter Schlaf
- Soziale Unterstützung
- Frühzeitig auf Schübe reagieren
Wichtig zu wissen:
Wenn sich deine Symptome plötzlich verschlechtern, kann das auch andere Gründe haben (z.B. eine zusätzliche Erkrankung, hormonelle Veränderungen wie Wechseljahre, oder neue Belastungen). In solchen Fällen ist es sinnvoll, das ärztlich abklären zu lassen.
Fibromyalgie ist keine tödliche Krankheit – viele Menschen führen mit Anpassungen ein erfülltes Leben das genauso lange ist wie bei andern Menschen ohne Fibromyalgie.
Ist Fibromyalgie vererbbar?
Es gibt eine genetische Komponente – das bedeutet, dass Fibromyalgie in manchen Familien häufiger vorkommt. Aber es ist keine reine „Erbkrankheit“ wie z.B. Mukoviszidose.
Was die Forschung zeigt:
- Menschen mit Fibromyalgie haben öfter Verwandte, die ebenfalls Fibromyalgie oder andere chronische Schmerzerkrankungen haben (Arnold et al., 2004).
- Studien zeigen, dass das Risiko für Fibromyalgie bei Verwandten ersten Grades um das 8,5-fache erhöht ist (Arnold et al., 2004; Buskila et al., 1996).
- Es gibt bestimmte Gene, die die Schmerzverarbeitung beeinflussen und bei Fibromyalgie häufiger vorkommen – besonders Gene im serotonergen und dopaminergen System (Ablin et al., 2006; Park et al., 2017).
- Etwa 50% des Risikos für Fibromyalgie wird genetischen Faktoren zugeschrieben, die anderen 50% Umweltfaktoren (Buskila & Sarzi-Puttini, 2006).
Aber: Gene allein machen keine Fibromyalgie. Es braucht meist zusätzliche Auslöser wie Stress, Infektionen oder Traumata.
Was bedeutet das für dich?
Wenn in deiner Familie Fibromyalgie vorkommt, hast du möglicherweise eine höhere Anfälligkeit dafür – aber das heißt nicht, dass du sie automatisch bekommst. Und selbst wenn: Fibromyalgie ist behandelbar, und ein bewusster Umgang mit Stress und Belastung kann helfen, die Symptome zu mildern.
Falls du Kinder hast und dir Sorgen machst: Die meisten Kinder von Menschen mit Fibromyalgie entwickeln keine Fibromyalgie. Aber es kann sinnvoll sein, sie früh in gesunden Umgang mit Stress und Körperwahrnehmung zu unterstützen.
Hilft CBD oder Cannabis bei Fibromyalgie?
Das ist eine Frage, die mir oft gestellt wird – und die Antwort ist: Es ist kompliziert.
Was die Forschung zeigt:
Die Studienlage zu CBD und Cannabis bei Fibromyalgie ist begrenzt und widersprüchlich:
- Eine große randomisierte kontrollierte Studie von 2025 fand keinen Vorteil von CBD (50mg täglich) gegenüber Placebo bei Schmerzen und Lebensqualität (Hendricks et al., 2025).
- Systematische Reviews zeigen gemischte Ergebnisse: Manche Patientenberichte sind positiv, aber hochwertige Studien fehlen (Fitzcharles et al., 2023; Berger et al., 2020).
- Eine Übersichtsarbeit von 2024 kam zum Schluss, dass Cannabis-basierte Produkte möglicherweise Schmerzen und Schlaf verbessern können, aber die Evidenz ist von niedriger Qualität (Girón-González et al., 2024).
Wichtig:
- CBD ist nicht dasselbe wie Cannabis. CBD macht nicht „high“ und fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.
- Die Qualität von CBD-Produkten variiert stark. Achte auf seriöse Anbieter mit Labor-Zertifikaten.
- Wenn du CBD ausprobieren möchtest, sprich vorher mit deinem Arzt – besonders, wenn du andere Medikamente nimmst.
Meine Haltung:
CBD kann ein Baustein in der Behandlung sein – aber kein Ersatz für Bewegung, Stressreduktion und Körperarbeit. Die besten Ergebnisse erzielt man mit einer Kombination verschiedener Ansätze. Angesichts der unklaren Studienlage würde ich CBD nicht als erste Behandlungsoption empfehlen.
Kann eine Umstellung der Ernährung bei Fibromyalgie helfen?
Ja, deine Ernährung kann eine Rolle spielen – aber sie ist kein Wundermittel und sollte nicht zur Obsession werden.
Was die Forschung zeigt:
Systematische Reviews haben verschiedene Ernährungsansätze untersucht (Silva et al., 2019; Lowry et al., 2020; Pagliai et al., 2020):
- Pflanzenbasierte Ernährung: Studien zu veganer/vegetarischer Ernährung zeigten Verbesserungen bei Schmerzen und Lebensqualität.
- Entzündungshemmende Ernährung: Ein niedriger Dietary Inflammatory Index war mit weniger Schmerzen assoziiert (Correa-Rodríguez et al., 2019).
- Low-FODMAP-Diät: Kann bei Fibromyalgie-Patienten mit Reizdarm-Symptomen hilfreich sein.
- Glutenfreie Ernährung: Gemischte Ergebnisse – nur bei einigen Patienten wirksam.
Allerdings: Die Studienqualität ist oft niedrig, und es gibt keine „Fibromyalgie-Diät“, die für alle funktioniert (Silva et al., 2019).
Was sinnvoll sein kann:
- Ausprobieren: Führe ein Ernährungstagebuch und beobachte, ob bestimmte Lebensmittel deine Symptome beeinflussen.
- Entzündungshemmend essen: Viel Gemüse, Obst, Fisch, Nüsse, gesunde Fette (Olivenöl).
- Blutzuckerschwankungen vermeiden: Regelmäßige Mahlzeiten, komplexe Kohlenhydrate (Vollkorn), wenig Zucker.
- Genug trinken: Dehydration kann Kopfschmerzen und Erschöpfung verschlimmern.
Was du NICHT tun solltest:
- Extrem restriktive Diäten ohne ärztliche Begleitung
- Dich selbst unter Druck setzen oder dir ein schlechtes Gewissen machen
- Teure Nahrungsergänzungsmittel ohne Evidenz kaufen
Meine Empfehlung:
Ernährung kann unterstützen – aber sie ersetzt nicht Bewegung, Stressreduktion und Körperarbeit. Höre auf deinen Körper und sei freundlich zu dir selbst.
Warum sind bei Fibromyalgie alle Blutwerte normal?
Das ist eine der frustrierendsten Erfahrungen: Du fühlst dich krank, erschöpft, hast Schmerzen – aber alle Blutwerte sind unauffällig. Viele Menschen mit Fibromyalgie hören dann: „Es ist nichts zu finden“ oder „Sie sind gesund.“
Warum ist das so?
Fibromyalgie ist keine Erkrankung, die sich im Blut zeigt. Es gibt keine Entzündungswerte, keine Antikörper, keine Marker, die im Labor auffallen würden. Das liegt daran, dass Fibromyalgie eine Erkrankung des Nervensystems ist – genauer gesagt, der Schmerzverarbeitung im Gehirn.
Das bedeutet aber NICHT, dass nichts ist.
Forscher haben mit bildgebenden Verfahren (z.B. funktioneller MRT) nachgewiesen, dass das Gehirn bei Fibromyalgie Schmerzreize anders verarbeitet. Das Schmerzsystem ist überempfindlich geworden (zentrale Sensibilisierung). Das ist messbar – nur eben nicht mit Standard-Bluttests (Gracely et al., 2002; Cagnie et al., 2014).
Was die normalen Blutwerte bedeuten:
- Sie schließen andere Erkrankungen aus (z.B. Rheuma, Schilddrüsenprobleme, Infektionen). Das ist wichtig für die Diagnose.
- Sie zeigen, dass deine Organe funktionieren – aber sie sagen nichts über dein Nervensystem und deine Schmerzverarbeitung aus.
Du bist nicht verrückt. Deine Schmerzen sind real. Nur weil etwas nicht im Blut zu sehen ist, heißt das nicht, dass es nicht existiert.
Kann Sport bei Fibromyalgie helfen oder schadet er?
Das ist wahrscheinlich die Frage, bei der am meisten Verwirrung herrscht. Die Antwort ist: Bewegung ist einer der wichtigsten Bausteine in der Fibromyalgie-Behandlung – ABER es kommt darauf an, WIE du dich bewegst.
Warum Bewegung hilft:
Wissenschaftliche Studien zeigen übereinstimmend:
- Regelmäßige, sanfte Bewegung reduziert nachweislich Schmerzen und Erschöpfung (Häuser et al., 2010; Busch et al., 2008).
- Aerobes Training 2-3x pro Woche für 30-60 Minuten verbessert Schmerzen, körperliche Funktion und Lebensqualität signifikant (Garcia-Hermoso et al., 2017; Andrade et al., 2022).
- Sie hilft dem Nervensystem, sich zu regulieren.
- Sie verbessert Schlaf, Stimmung und Belastbarkeit (Estévez-López et al., 2021).
- Sie durchbricht den Teufelskreis aus Schmerz → Schonung → mehr Schmerz.
Was schadet:
- Zu viel, zu schnell („übertreiben“)
- Hochintensives Training ohne Vorbereitung
- Ignorieren der Grenzen und „durchpowern“
- Unregelmäßige Belastung (mal viel, mal gar nichts)
Welche Bewegung ist gut bei Fibromyalgie?
Die Forschung zeigt, dass verschiedene Bewegungsformen wirksam sind:
- Spazierengehen (am besten in der Natur)
- Sanftes Yoga oder Tai Chi
- Aqua-Fitness (das Wasser trägt dich, das entlastet)
- Radfahren (auf flacher Strecke)
- Dehnen und sanftes Krafttraining (mit leichten Gewichten oder Körpergewicht)
Wie fängst du an?
- Klein anfangen: 5-10 Minuten pro Tag können schon helfen.
- Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität.
- Auf deinen Körper hören: Wenn du danach erschöpft bist, war es zu viel.
- Langsam steigern: Jeden Tag oder jede Woche ein kleines bisschen mehr.
In der Behandlung entwickeln wir gemeinsam einen Bewegungsplan, der zu dir passt. Das Ziel ist nicht, dich zu quälen – sondern dir zu zeigen, dass Bewegung guttun kann.
Darf ich mit Fibromyalgie massiert werden?
Ja, du darfst massiert werden – aber nicht jede Massage ist geeignet, und es kommt auf die Technik an.
Was bei Fibromyalgie helfen kann:
- Sanfte Massagen (z.B. psychoregulative Massage, Lymphdrainage, sanfte klassische Massage)
- Dehnung und mobilisierende Techniken
- Wärme in Kombination mit Massage (z.B. Fango oder Rotlicht)
Was bei Fibromyalgie oft problematisch ist:
- Starker Druck oder „tiefe“ Massagen (z.B. Sportmassagen, Deep Tissue Massage) – das kann das überempfindliche Nervensystem weiter reizen und die Schmerzen verschlimmern (wegen der zentralen Sensibilisierung).
- Trigger-Punkt-Behandlungen mit starkem Druck – das Konzept „mehr Schmerz = mehr Heilung“ funktioniert bei Fibromyalgie nicht.
Meine Empfehlung:
Sage der Person, die dich massiert, dass du Fibromyalgie hast. Eine gute Therapeutin passt dann Druck und Technik an. Wenn eine Massage schmerzhaft ist oder du dich danach schlechter fühlst, war sie zu intensiv.
Psychoregulative Massage:
Das ist eine spezielle Massagetechnik für Menschen mit chronischen Schmerzen und Stress. Sie ist sehr sanft, arbeitet mit Achtsamkeit und zielt darauf ab, das Nervensystem zu beruhigen – nicht zu „bearbeiten“.
In meiner Praxis setze ich psychoregulative Massage ein, um deinem Körper zu zeigen: „Du darfst entspannen. Berührung tut gut. Du bist sicher.“
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Hinweis: Dieses FAQ dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf Fibromyalgie wende dich bitte an einen Arzt.